DiDah Dialog in Dahlhausen
Bullet4 Startseite
Bullet4 Stadtteilzentrum
Bullet4 Losgehen. Ankommen.
Bullet4 Lebensgeschichten
Bullet4 Lebenspläne
Bullet4 Dahlhausen aktiv
Bullet4 Mein Traum
Bullet4 Schulen
Bullet4 Gesprächsthema
Bullet4 Lokale Kunst
Bullet4 Fotointerviews
Bullet4 Wichtige Dinge
Bullet4 Veranstaltungen
Bullet4 Rätsel

Güzin Güven, 56
Mittenrein in die Jazzszene Manhattans

Sie möchte durch Länder reisen und deren Menschen begegnen, auf fremde Kulturen treffen und ganz besonders deren Musik kennen lernen. Und irgendwann den Jazz der Afroamerikaner in den Kneipen und auf den Plätzen Manhattans erleben, hat Güzin Güven der DiDah-Redakteurin Hafize Cakar verraten.

Mit Musik bin ich aufgewachsen. Sobald wir aufwachten, schalteten wir Kinder sofort das Radio an und hörten Musik. Unsere ganze Familie war musikbegeistert: Meine Mutter hörte am liebsten arabische Musik, mein Vater dagegen bevorzugte klassische türkische Musik. Ich war und bin von der amerikanischen Musik begeistert.

Musik ist ein Teil von meinem Leben. Wenn ich meinen Haushalt erledige oder wenn ich traurig bin, singe ich. Singen hilft mir Stress abzubauen. Ich mag Trompete, das Saxofon und die Bağlama, eine türkische Laute, die heute in allen Bereichen der klassischen und modernen Musik eingesetzt wird. Als Kind hätte ich liebend gerne Bağlama Spielen gelernt, doch leider war es nicht möglich.
 
Wie bin ich auf die Musik aus den USA gestoßen? Wir lebten in Trabzon, einer schönen Stadt am Schwarzen Meer. Dort waren amerikanische Soldaten stationiert, ihre Garnison lag in der Nähe einer schönen Wiese mit Meerblick, auf der meine Eltern und wir Kinder oft Picknick machten. Hier lernte ich die Amerikaner kennen, sie spielten Baseball und hörten ihre eigene Musik. Vom ersten Moment an war ich von ihrer Musik fasziniert.

Dann sah ich mir schwarzweiße amerikanische Musikfilme an. Natürlich Louis Armstrong mit seiner Trompete! Aber ich mochte auch die dicken Afroamerikanerinnen mit ihren gebundenen Kopftüchern, die mich fröhlich von der Leinwand anguckten, wenn Armstrong die Trompete blies.

Seitdem liebe ich den Jazz und ganz besonders den Sound der Trompete. Und seitdem träume ich davon diese Musik live erleben zu können. In New York, in Manhattan!

Finanziell könnte ich es mir leisten für eine Woche in die Vereinigten Staaten zu fliegen. Es wäre nicht teurer als ein Urlaub in der Türkei. Allerdings leben unsere Verwandten in der Türkei, meine Mutter und meine Schwiegermutter, und sie sind schon sehr alt. Wir leben fern von ihnen und sie wünschen sich, dass wir sie möglichst oft besuchen. Und auch wir sehnen uns nach ihnen und möchten viel Zeit mit ihnen verbringen.

Manhattan muss da noch warten. Wahrscheinlich bleibt es auch nur ein Traum - ein schöner Traum, aber damit kann ich leben.

 


 Druckversion Druckversion