DiDah Dialog in Dahlhausen
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Laura Schröder (16)
Ein Engagement für die Menschen

Sie hat ihr Arbeitsfeld gefunden: Laura Schröder möchte Sozialpädagogik studieren. Deshalb macht sie jetzt nach dem Realschulabschluss das Fachabitur in Sozial- und Gesundheitswesen, am besten mit einem Notendurchschnitt von 1,3, weil sie auch noch Psychologie als zweites Fach studieren will. Praktische Erfahrungen auf dem pädagogischen Gebiet hat sie bereits reichlich gesammelt, denn schon seit langem bringt sie sich in soziale Projekte ein. Wolfgang Grubert war beeindruckt von dem, was Laura ehrenamtlich macht und was sie sich vorgenommen hat.

Zwei Freundinnen: Nadesch und Laura im Stadtteilzentrum
Zwei Freundinnen: Nadesch und Laura im Stadtteilzentrum
Durch meine Arbeit bei Jugendprojekten und jetzt auch durch mein Praktikum im Kinderbereich des Stadtteilzentrums bin ich mir sicher, dass für mich ein Beruf im sozialen Bereich das Richtige ist. Insbesondere mein Engagement in der Gemeinde der Immanuelskirche haben meinen Berufswunsch gefestigt. Seit drei Jahren bin ich in dieser Freikirchlichen Gemeinde in der Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs eine leitende Mitarbeiterin bei dem Projekt „Pimp my Friday“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie: „Mach mehr aus Deinem Freitag!“ Jeden Freitag von 18 - 22 Uhr kommen hier Jugendliche zusammen, um an gemeinsamen Spielen teilzunehmen, um sich auszutauschen und um Kontakte zu knüpfen. Regelmäßig bieten wir auch verschiedene Workshops an, zum Beispiel bauen wir gerade einen alten Bauwagen um und verschönern ihn mit Graffiti. Später wollen wir ihn draußen auf dem Gemeindehof aufstellen, er soll er dann als Treff für Jugendliche dienen, denen es in unserem Jugendraum wegen der Musik zu laut ist. Außerdem veranstalten wir immer wieder verschiedene Events wie Band-Contests, Themenparties u. a.

Ich habe hier Menschen aus verschiedenen Milieus kennen gelernt, auch aus schwierigen Verhältnissen. Diese Erfahrungen haben mich verändert. Ich erinnere mich z. B. an ein Obdachlosenessen, das wir innerhalb des „Pimp my Friday“-Projekts organisiert hatten. Für etwa 200 Leute hatten wir gekocht, anschließend luden wir die Obdachlosen im und um den Bahnhof ein. Ich habe mich mit den Obdachlosen unterhalten und seitdem sehe ich diese Menschen, die oft als Penner diffamiert werden, mit anderen Augen. Ein obdachloser Mann etwa hat mir erzählt, dass er bereits mit 13 Jahren zu Hause rausgeflogen ist, weil sein Vater ein Alkoholiker war. Er wusste nicht, wohin, und ist auf der Straße gelandet. Er war fast noch ein Kind und hatte niemanden, an den er sich wenden konnte. Wie oft in solchen Fällen fing er an zu trinken. Leider fand er auch keine Arbeit, er lebt nach wie vor auf der Straße und hat inzwischen selbst ein Kind. Ein Teufelskreis!

Ich habe mich umgeschaut und viele Menschen gefunden, die wie dieser Mann Hilfe von anderen benötigen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen. Durch meinen Bruder, ein Pflegekind, beobachte ich, wie positiv sich Kinder entwickeln, wenn Menschen für sie da sind, die ihnen beistehen und zu denen sie Vertrauen fassen. Als er im Alter von drei Jahren zu uns kam, war er ein recht schwieriges Kind. Mit der Zeit hat er uns lieb gewonnen und heute ist es so, als sei er schon immer bei uns gewesen. Jetzt ist er eingeschult worden und kommt in seiner Klasse gut zurecht.

Diese Erfahrungen und Erlebnisse haben mich bestärkt, auch später in meinem Beruf Menschen zu helfen. Deshalb gehe ich jetzt auf das Anna-Zillken-Berufskolleg in Dortmund, eine Fachschule für Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Sozialarbeit, und will mein Fachabitur in Sozial- und Gesundheitswesen machen. Anschließend möchte ich an der Fachhochschule in Bochum Sozialpädagogik studieren. Sehr gerne würde ich noch Psychologie hinzunehmen, dazu brauche ich einen Notendurchschnitt von 1,3.

Nach meinem Fachabitur und vor dem Studium werde ich mein Soziales Jahr machen. Am liebsten möchte ich dazu ins Ausland gehen. Mein Traum: Australien oder Afrika. Warum Australien? Ich liebe die Natur und aus Büchern über dieses Land weiß ich von seinen wunderschönen Landschaften, von seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt und von seinem immer warmen Klima. Hier würde ich in einer Behindertenschule arbeiten wollen, ich habe mich schon erkundigt und auch bereits einige Adressen herausgefunden. Und Afrika? An erster Stelle steht da bei mir Äthiopien. Auch über dieses Land habe ich schon viel gelesen, Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, fast die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Viele Eltern können es sich nicht leisten, ihre Kinder auf eine Schule zu schicken. Auch in Äthiopien habe ich die tätigen Organisationen mit ihren entsprechenden Einrichtungen herausgesucht, die gegen das Elend hier ankämpfen. Allerdings ist es in diesem Land momentan nicht sicher. Vielleicht verbessert sich jedoch die Lage für Menschen dort schon bald ein wenig, ich hoffe es zumindest. 


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