Es scheint also wirklich zu stimmen: Während man ansonsten nicht so viel Positives von den Hauptschulen hört, herrschen an der Heinrich-Kämpchen-Schule in Bochum-Dahlhausen traumhafte Zustände?
Yasemin:
Nein, das nicht. Ich finde unsere Schule okay, was aber nicht heißt, dass bei uns alles vollkommen ist. Wir haben hier auch manchmal unsere Konflikte und Probleme.
Zum Beispiel?
Kimmi:
Wie wir schon sagten, halten wir unsere Lehrerinnen und Lehrer für sehr gut. Dennoch kommt es vor, dass wir mit einer bestimmten Lehrperson nicht zurechtkommen und dass sich über sie Beschwerden häufen. Da müssen wir von der Schülervertretung aktiv werden.
Yasemin:
Auch zwischen den Schülern gibt es schon mal Streit, der mitunter heftig werden kann. Heute Morgen z. B. waren zwei Schüler derart einander geraten, dass wir eingreifen mussten. Sie hatten dann ein Gespräch mit Frau Andrea Kriener, unserer Sozialpädagogin.
Ein anderes Problem, das sich immer wieder deutlich bemerkbar macht: Wir haben zu wenig Räume. So findet zum Beispiel die Nachmittagsbetreuung für Kinder aus den unteren Klassen, deren Eltern beide berufstätig sind, in dem alten Bibliotheksraum statt, in dem auch der Pausenverkauf abläuft. Möglichkeiten zum Spielen sind da kaum gegeben.
Kimmi:
Früher hatten wir einen Extraraum für die Nachmittagsbetreuung. Aber die Hauptschule musste einen Raum an das Gymnasium abgeben, der dort für einen Spanischkurs der Oberstufe gebraucht wurde.
Yasemin:
Wir sind eben nur eine Hauptschule.
Die aber zum Glück Schülersprecherinnen hat, die, wie mir scheint, genau wissen, was sie wollen und können. Welche Aufgaben werdet ihr als nächste anpacken?
Yasemin:
Wir treffen jetzt die organisatorischen Vorbereitungen für das Seminar „Gesundheit und Ernährung“.
Kimmi:
Außerdem veranstalten wir Sportwettkämpfe, an dem auch andere Hauptschulen teilnehmen. Am 20. Februar fand ein Badminton-Turnier aus, im April richten wir das Volleyballturnier aus und kurz vor den Sommerferien wird das Mädchenfußballturnier ausgetragen.
Findet ihr, dass eure Arbeit als Schülersprecherinnen anerkannt wird?
Yasemin:
Im letzten Jahr, in dem ich ja schon dabei war, haben die Schulinspektoren die gute Arbeit der Schülervertretung besonders hervorgehoben. Über so ein Lob von höchster Stelle sozusagen haben wir uns natürlich sehr gefreut.
Zum Schluss eine Frage, die ich im letzten Schuljahr auch Ibrahim und Damir gestellt habe: Was würdet ihr Schülern raten, die Schülersprecher werden wollen?
Yasemin:
Sie müssen Ideen haben, Engagement mitbringen und reden können.
Kimmi:
Sie dürfen auf keinen Fall schüchtern sein.