DiDah Dialog in Dahlhausen
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Projektklasse "Betrieb und Schule" im Stadtteilzentrum
Bereits zum 7. Mal läuft an der Dahlhauser Hauptschule unter der Leitung von Frau Junghänel ein Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler ihr letztes Schuljahr in Betrieb und Schule, abgekürzt BuS, verbringen. Sie haben so die Möglichkeit sowohl einen Hauptschulabschluss zu erreichen als auch während des Praktikums sich für eine Ausbildungsstelle zu empfehlen.
Am 12. Oktober 2007 haben die Schülerinnen und Schüler der jetzigen BuS-Klasse das Stadtteilzentrum Dahlhausen besucht und Projektleiterin Friederike Müller, Projektmitarbeiter Ahmet Aygun und DiDah-Redakteur Wolfgang Grubert ihre Lebenspläne und –träume vorgestellt.

Die BuS-Klasse im Stadtteilzentrum
Die BuS-Klasse im Stadtteilzentrum

Bei Kevin war es einfach, für ihn den richtigen Praktikumsplatz zu finden. Schon lange weiß er, dass er unbedingt Koch werden möchte. Also leistet er sein Praktikum als Koch ab, und zwar in dem Hotel Neuling, und alles läuft prima für ihn. Wie Frau Junghänel von der Hotelleitung erfahren hat, macht sich Kevin in dem Restaurantbetrieb so hervorragend, dass er bereits mit größeren Aufgaben betraut wird. Seine Aussichten auf eine Ausbildung als Koch sind gut und vielleicht kann er sich später einmal auch seinen Traum erfüllen und ein eigenes Restaurant eröffnen.


Aber selten hat ein Schüler schon so klare Berufswünsche wie Kevin. Deshalb wird das Projekt BuS-Klasse vor seinem eigentlichen Start gründlich vorbereitet. „Damit die Schüler der BuS-Klasse einen Praktikumsplatz erhalten, der ihren Fähigkeiten und ihren Interessen entspricht, führen wir mit ihnen, mit den Klassenlehrern und den Eltern und in den Betrieben ein halbes Jahr vorher lange Gespräche“, sagt Frau Junghänel. Wie lohnenswert diese Vorbereitungen sind, zeigt sich daran, dass viele Schülerinnen und Schüler bereits jetzt, drei Monate nach dem Start der BuS-Klasse, wissen, welchen beruflichen Weg sie gehen wollen.


Yenis Leidy zum Beispiel. Sie macht ein Praktikum im katholischen Kindergarten in Dahlhausen und möchte Kinderpflegerin werden. „Ich habe mir vorgenommen, alles zu erreichen, was ich will“, sagt sie von sich. Beruflich ist sie dazu auf dem besten Weg, denn die Leiterin des Kindergartens bestätigt, dass Leidy für den Beruf Kinderpflegerin sehr geeignet sei.


Auch Radion und Ali wissen durch ihr Praktikum an einer Tankstelle , was sie wollen. Beide möchten später im KFZ-Bereich arbeiten. Ali will Autolackierer werden. Radion kann jetzt in seinem Praktikum feststellen, welcher der hier möglichen Ausbildungswege am besten zu ihm passt: ob er sich als Servicekraft um den Verkauf und um die Organisation der Tankstelle kümmert, ob er als Tankwart Autos pflegen und warten will oder ob er als Servicemechatroniker Reparaturen durchführt.


Doch trotz der ausführlichen Vorbereitungsgespräche kann es vorkommen, dass Schülerinnen und Schüler falsche Vorstellungen von einem Beruf oder auch von ihren Stärken haben. So hatte sich Michael zum Beispiel eine Praktikumsstelle im Handwerk ausgesucht, stellte dann allerdings fest, dass seine handwerklichen Fähigkeiten begrenzt sind. Inzwischen absolviert er ein Praktikum im Bürgerbüro und im Sozialamt der Verwaltungsstelle Weitmar. Im nächsten Jahr möchte er die Handelsschule besuchen, eine durchaus realistische Perspektive für den leistungsfähigen Schüler, wenn Michael in diesem Schuljahr weiterhin regelmäßig zum Unterricht kommt.

Die Schülerinnen und Schüler schreiben ihre Lebenspläne und Träume auf.
Die Schülerinnen und Schüler schreiben ihre Lebenspläne und Träume auf.

Andere haben sich erst für einen Bereich entschieden, in dem sie gerne eine Ausbildung machen wollen. Während des Praktikums können sie jetzt in entsprechende Berufssparten reinschnuppern und erfahren, was eventuell später auf sie zukommen würde. Christian etwa weiß bisher nur, dass er sich einen handwerklichen Beruf suchen will, als Praktikant lernt er jetzt das Tischlergewerbe kennen.

Überhaupt keine Gedanken muss sich Sascha über seinen Berufsweg machen. Er wird von seinen Eltern das Geschäft, in dem Haushaltsgeräte und Serviceleistungen angeboten werden, übernehmen. Sein Praktikum macht er als Einzelhandelskaufmann bei Edeka.

Einhellig sind alle Schülerinnen und Schüler der Meinung, dass sie das Praktikum beruflich vorwärts bringt. Auch Christina, die erst vor einigen Tagen in die BuS-Klasse gewechselt ist und einen Praktikumsplatz bei Blumen Risse hat: „Für mich als Praktikantin bietet sich die einmalige Gelegenheit eine eventuelle Ausbildung kennen zu lernen. Gleichzeitig kann sich der Betrieb ein Bild von mir machen, kann die Fähigkeiten erkennen, die Stärken nutzen und bei Schwächen helfend eingreifen.“ In der Tat: Die Betriebe übernehmen gerne Schülerinnen und Schüler nach dem Praktikum in eine Ausbildung. Das zeigt auch die Bilanz der sechs Jahre, in denen das BuS-Projekt läuft: Zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bisher jedes Mal einen Ausbildungsplatz gefunden.


Am Ende ihres Besuches im Stadtteilzentrum beantworteten die Schülerinnen und Schüler die Frage:

„Was sollen meine Freunde in zehn Jahren über mich sagen?“

Im Folgenden einige der Antworten:

Christina:
„Wir sind stolz auf dich, weil du dich angestrengt hast und du das erreicht hast, was du wolltest.“

Michael:
„Wir wünschen, wir wären auch mal so wie du.“

Björn:
„Alle Achtung, der Junge hat`s zu was gebracht.“

Sascha:
„Der hat wirklich das geschafft, was er sich vorgenommen hat.“

Marco:
„In der Schule war er ja nicht besonders gut. Aber trotzdem ist aus ihm was geworden.“

Radion:
„Der Radion ist richtig selbstbewusst und selbstständig geworden.“

Leidy:
„Wir freuen uns mit dir, dass du so viel erreicht hast.“

Kevin:
„Heute wollen wir mal was ganz besonders Gutes essen. Wir gehen zum Kevin.“


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